Kinotipp

Kinotipp

Ich war schon seit “Mo better Blues” (von Spike Lee) zu Beginn seiner Karriere großer Fan von Denzel Washington. Für mich war es in den letzten Jahren gefühlt etwas ruhiger um ihn geworden. Wohl weil er sich auch hinter der Kamera verdient gemacht hatte. 2002 und 2007 übernahm er sowohl die Rolle des Regisseurs als auch die Hauptrollen in “Antwone Fisher” und “The Great Debaters”.

Wie auch immer. Er ist zurück. Fulminant, beeindruckend, großartig. Und wurde in der Hauptrolle im neuesten Film “Roman J. Israel, Esq.” auch gleich mit einer Oscar-Nominierung belohnt.Gewonnen hat er den Oscar letztlich nicht, sondern Gary Oldman für seine Rolle als Winston Churchill in The Darkest Hour.

Jedenfalls kann ich den neuesten Film mit Denzel Washington nur wärmstens empfehlen. Ich durfte ihn vor ein paar Tagen im Rahmen einer SONY-Presseeinladung vor dem offiziellen Kinostart anschauen.

Die Handlung:

Innerhalb des überlasteten Gerichtsapparats von Los Angeles sieht sich der idealistische Pflichtverteidiger Roman Israel (Denzel Washington) mit einer Reihe außergewöhnlicher Ereignisse konfrontiert, die sein Leben auf den Kopf stellen: Als sein Mentor stirbt, der eine der berühmtesten Figuren der Bürgerrechtsbewegung war, und ihn seine bisherige Kanzlei feuert, wird er von einem Unternehmen angestellt, das der ambitionierte Anwalt George Pierce (Colin Farrell) leitet, ein ehemaliger Student ebenjenes Mentors. Über Umwege lernt Roman außerdem die Gleichberechtigungsaktivistin Maya Alston (Carmen Ejogo) kennen, doch nach und nach rückt der Aktivismus, der bislang auch ein wichtiger Teil seines Lebens war, für ihn immer mehr in den Hintergrund und er beschließt, das System zu seinen Gunsten auszunutzen…

Ab diesem Punkt beginnt sich alles zu drehen. Irgendwann holt ihn diese Entscheidung ein und sein Leben beginnt sich ein zweites Mal komplett zu drehen.

Der Film hat viele Stärken: er hat mich thematisch in seinen Bann gezogen. Er appelliert mehrfach an das eigene Gewissen. Man sieht sich in der Situation, Roman zu verstehen und gleichzeitig wird man Zeuge, wie ein Kartenhaus eines so achtbaren Menschen zusammenbricht. Er sein eigenes Grab aushebt. Dabei kämpft er anderseits immer für Gerechtigkeit! Bis zuletzt.

An sich gucke ich sehr gerne Originalversionen und bei den SONY-Vorführungen sind es stets die OV, die wir zu sehen bekommen. Doch  die Dialoge und juristischen Zusammenhänge dieses Streifens sind einfach zu wertvoll, als dass einem durch das amerikanische Englisch etwas verloren gehen sollte. Guckt ihn euch in der deutschen Übersetzung an. Filmstart in Deutschland ist am 19.4.2018.

Hier geht es zum Trailer.