Oktoberfest: Dieses Dirndl geht in diesem Zelt

Oktoberfest: Dieses Dirndl geht in diesem Zelt

Ein Dirndl ist schon seit Jahren ein absolute Muss für alle, die dem Oktoberfest einen Besuch abstatten. Ganz egal, ob als echtes Münchner Kindl oder als Nordlicht. Anregungen, wie man einen „Ramsch-Dirndl-Faux-Pas“ vermeidet (zu Deutsch: in einer billigen Tracht auflaufen) gibt es zur Genüge. Aber wusstet ihr, dass es in den unterschiedlichen Bierzelten ungeschriebene Outfitregeln gibt? In welchem Zelt ihr besondere Details beachten müsst, verrät Euch der erste und größte Modepreisvergleich StyleLounge im ultimativen „Bierzelt-Trachten-Styleguide“.

Ein von Laura (@yoyoitslaura) gepostetes Foto am 6. Okt 2015 um 13:22 Uhr



Ganz allgemein, die Trends 2016: Pastelltöne, florale Prints und Jaquard-Stoffe Wer denkt, dass die Tracht eine zeitlose Angelegenheit ist, hat nur zum Teil recht. Ja, klassische Stoffe wie Baumwolle oder Leine und Farbkombinationen (Blau-Rot, Schwarz-Gelb, Hellblau-Weiß, Grau-Rosa) gehen irgendwie immer. Aber wie es auch in der restlichen Modewelt der Fall ist, gibt es in jeder Saison neue Trends, was Stoffe, Schnitte, Farben, Accessoires angeht. Bei Dirndl-Trachten stehen dieses Jahr vor allem folgende Trends hoch im Kurs:
1) An Stelle starker Farben sind dieses Jahr Pastelltöne wie hellgrün oder zartrosa angesagt
2) Dazu sind florale Prints auf dem Dirndl ein absoluter Hingucker
3) Etwas extravaganter aber extrem ‚in’ sind hohe Schneewittchen- oder Vampirkragen
4) Auch hochgeschlossene Dirndl (und dann mit oder ohne Bluse) wird es dieses Jahr häufig zu sehen geben
5) Abseits des klassischen Baumwoll-Dirndls geht der Trend zu hochwertigen Stoffen wie Jaquard oder Taft.



Käfer-Zelt/ Weinzelt/ Marstall: Hochwertige Stoffe, Spezial(aus)schnitte und passende Accessoires Ganz knapp lässt sich die richtige Tracht für diese Zelte so zusammenfassen: Vor allem hochwertig. Denn hier tummelt sich die sogenannte ‚Schickeria’, bayerisch für High-Society. Wenn Du das Stichwort „Almauftrieb“ und „Käfer Zelt“ googelst, verstehst Du, was gemeint ist. Dementsprechend fallen auch die Trachten aus. Aber keine Sorge, es muss nicht sofort ein teures Dirndl aus Jaquard-Stoffen sein: Ein Baumwoll-Dirndl lässt sich ideal mit einer Seidenschürze „aufwerten“. Dabei immer darauf achten, dass die Knöpfe entsprechend hochwertig sein. Ebenso sollte der gesamte Schnitt (vor allem Ausschnitt und Kragen) edel ausfallen. Damit aber nicht genug: Wer keine passenden Trachtenschuhe am Fuß hat, sollte mindestens auf (Wild)Lederballerinas wenn nicht Pumps zurückgreifen. Abgerundet wird ein perfektes Schickeria-Outfit mit einem echten Lodenjancker und extravaganten Accessoires wie Federhüten oder blumigen Haarreifen.



Schottenhamel: Wo die Jugend feiert, in Baumwolle oder Leinen und kracherten Farben Mindestens bei Münchnern auch bekannt als das „Jugendzelt“. Heißt, hier tummelt sich insbesondere in den Reihen nahe der Musik die Generation U25. Deshalb sind hier vermehrt Dirndl in „kracherten“ Farben (farbenfrohe Kombinationen) und kürzeren Ausführungen (über dem Knie) anzutreffen. Obwohl Du bedenken solltest: Der Oberkörper wirkt umso zierlicher, je länger der Rock ist. Und alles in allem nicht mit billiger Tracht verwechseln! Das Schottenhamel ist trotz allem ein Traditionszelt. Hier wird immerhin am ersten Tag um 12 Uhr „ozapft“. Erst danach darf in den anderen Zelten ausgeschenkt werden. Die Seidenschürze und den teuren Jancker solltest Du übrigens zu Hause lassen. Die „Einsaugefahr“ ist aufgrund der ausgelassenen Feierlaune sehr hoch. Hackerzelt: In traditioneller Tracht unter dem ‚Himmel der Bayern’ Das Hackerzelt ist eines der größten Zelte auf der „Wiesn“ und am letzten Oktoberfest-Tag wird als letztes Lied immer die Bayern-Hymne gespielt. Alle Gäste halten dann eine Wunderkerze in der Hand und liegen sich in den Armen. Genau wegen dieser Stimmung treffen sich hier Jung und Alt, um gemütlich zu schunkeln und zu trinken. Deshalb: Tracht ist ein Muss. Längst aber nicht so schrill wie im Schottenhamel und auch nicht so schick, wie im Käfer- oder Weinzelt. Mit einem Dirndl aus ordentlicher Baumwolle in klassischen Farbkombinationen wie Rot und Blau oder auch Schwarz-Gelb fällst Du bestimmt nicht auf. Ein Prosit auf die Gemütlichkeit!

Ein von @seb7244 gepostetes Foto am 5. Okt 2015 um 13:00 Uhr




Hofbräu-Zelt: Das Zelt, in dem Du selbst mit absoluten Touri-Accessoires nicht auffällst Das Hofbräu-Zelt ist der absolute Touri-Magnet auf dem Oktoberfest. Hat eben den bekanntesten Namen. Und der Mensch lässt sich besonders gern auf Bekanntes und Bewährtes ein. Aufgrund der hohen Touri-Dichte fällst Du also weder ohne Tracht, noch mit typischen Touristen-Accessoires, wie dem überdimensionalen Maßkrug-Hut oder einem Tshirt mit aufgedrucktem Dirndlausschnitt auf. Anything goes sozusagen, oft genug sogar „oben ohne“.




Pschorr-Bräurosl: Legeres Leder und gerne etwas ausgefallener
Das Pschorr-Bräurosl-Zelt, im Voksmund nur ‚Bräurosl’ genannt, zieht ein sehr illustres Publikum an. Jeden ersten Sonntag feiert die europäische Schwulen-Szene den sogenannten „Gay Sunday“. Aber auch an den anderen Tagen ist das Zelt Anziehungspunkt für Homosexuelle beider Geschlechter. Deshalb sind in der Bräurosl ausgefallene Stile absolut gut aufgehoben, gerne auch in Lederoptik. Im Grunde geht ohne Probleme alles, was extravaganter ausfällt. Gut spielen lässt sich mit unterschiedlichen Blusenstilen, wie etwa mit abgesetzten Nähten, Bändchen am Ärmel oder mit Spitze. Weil die Stimmung immer top ist, ist das Publikum in der Bräurosl auch stets gemischt (außer am Gay Sunday). Auch im klassischen Dirndl und guter Laune wirst Du also kein Aufsehen erregen.


Quelle: www.stylelounge.de