Mein Filmtipp: Himmelskind

Mein Filmtipp: Himmelskind

Egal, wie schlimm das Leben manchmal auch scheint, man sollte nie aufhören an Wunder zu glauben.

Himmelskind, den ich im Rahmen eines Previews von SONY PICTURES kürzlich ansehen durfte, vermittelt genau dieses Gefühl. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und entstand nach der Buchvorlage von Christy Beam, der Mutter des Himmelskinds.

Der Film beginnt mit der heilen Welt irgendwo im sehr ländlichen, konservativen Amerika. Familie Beam besteht aus Mutter, Vater und drei Mädchen. Der Vater ist Tierarzt. Die Eltern führen eine harmonische Ehe, alle sind gesund und glücklich. Die Familienidylle ist perfekt. Man ist gläubig und sehr in der Gemeinde engagiert. Bis eines Tages die jüngste Tochter Anna krank wird. Sie übergibt sich tagelang, hat schreckliche Koliken und kein Arzt kann sich einen Reim draus machen.

Fortan dreht sich das Leben der Beams nur noch um Anna. Christy kämpft wie eine Löwin, irgendwo in den USA einen Doktor zu finden, der Anna helfen kann. Ohne Termin, weil sie ständig abgeblockt wurde, bucht sie für sich und ihre Tochter einen Flug und durchquert die halben Staaten, um endlich eine Diagnose und Linderung für Anna zu bekommen. Deren Leidensweg bis dahin ist bereits sehr lang, sie wird künstlich ernährt, ist stark abgemagert und hat jegliche Lebensfreude verloren.

Christy schafft es mit Nachdruck und Verzweiflung, die sehr berührt, sich Zugang zum Facharzt zu verschaffen. Ein sehr sympathischer Doktor nimmt sich der Geschichte an. Eine speziell entwickelte Therapie soll helfen. Anna hat einen Defekt, der dafür sorgt, dass sie Nahrung nicht verwerten kann.

Die Kosten für die Therapie, der zeitliche Aufwand und die ständigen Flüge zwischen Klinik und Zuhause zehren an Nerven und Finanzen. Man leidet mit und kann sich sehr gut in all das Leid hinein fühlen, auch ohne Mutter zu sein. Die ganze Zeit wirkt der Film nicht schwülstig oder übertrieben dramatisch. Das liegt sicher nicht nur an einer guten schauspielerischen Leistung von Jennifer Garner als Christy und Kylie Rogers als Anna, sondern ist insbesondere der Tatsache geschuldet, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt.

Ich mag solche Filme sehr!

Nach monatelangem Kampf entscheidet der Arzt, die erfolglose, sehr teure Therapie einzustellen. Man verabschiedet sich unter Tränen. Anna und Christy gehen zurück in die Heimat. Als Zuseher stellt man sich nun auf den Tod des kleinen Mädchens ein.

Doch dann geschieht das Wunder.

Sie klettert mit ihrer älteren Schwester auf ihren Lieblingsbaum, aller Schwäche und Einschränkungen zum Trotz. Und sie fällt, weil der Baum sehr morsch ist, ins Innere. Viele Meter tief. Sie verliert ihr Bewusstsein und es dauert nicht enden wollende Stunden, bis ein Tross an Feuerwehrleuten sie endlich aus dem Baumstamm bergen kann.

Sie überlebt. Ohne große Blessuren. Das alleine ist schon ein Wunder. Und von Tag 1 nach dem schweren Sturz wird sie vitaler und kräftiger. Alle Indikationen ihres Leidenswegs scheinen passé. Sie ist gesund. Christy und Anna fliegen ein weiteres Mal zu “ihrem” Leibarzt, der es kaum fassen kann. Schulmedizinisch eine Erklärung zu finden, fällt ihm schwer. Es muss durch den Sturz in Annas Kopf eine Art “reset” gegeben haben. Anna erzählt von ihrer Nahtoderfahrung und der Energie, die sie währenddessen verspürt hatte.

Abschließend gibt es eine längere Szene in der Dorfkirche, in der Mutter und Tochter am Altar stehen und allen in der Gemeinde von diesem Wunder erzählen. Auch die letzten Zweifler werden milde gestimmt und es bricht tosender Applaus aus.

Das alleine sind 5 Minuten, die mir zu viel Pathos hatten und sehr amerikanisch waren.

Auch wenn ich nun alles schon verraten habe, ist Himmelskind ein wunderbarer, absolut sehenswerter Film.

Den Trailer findet ihr auf www.himmelskind-film.de. Deutscher Kinostart ist am 9.6.2016.