Auf dem Urlaubsplaneten

Auf dem Urlaubsplaneten

Es ist lange her, dass ich einen Vortragsabend besucht habe. Als Angestellte (und das ist 10 Jahre her) musste ich etliche Verkaufstrainings, Motivations- und Rhetorikseminare besuchen. Manche waren richtig toll, wie die von Wolf Schneider. Andere – naja – damals natürlich besser, als im Büro zu sein. Das ist als Selbständige ganz anders. Die Tage verschwimmen ebenso wie Tageszeiten. Es ist egal, ob wir Wochenende haben oder Feiertag. Wenn ich etwas tun kann, arbeite ich eher besonders gerne sonntags oder an irgendwelchen Feiertagen. Dafür aber eben auch einmal nicht, wenn alle zur Arbeit rennen. Grummeln, weil gerade Montag oder Dienstag ist oder daheim bleiben, weil sie eine leichte Erkältung heimsucht.

All jene leben nicht nach den Maßstäben des Erfolges. Den eigenen Maßstäben und dem eigenen Erfolg wohlgemerkt. Nicht dem, was die Gesellschaft vorgibt, dass wir erreichen sollen.

Es geht dabei nicht um dicke Autos, große Häuser und Südseereisen. Es geht um ein gutes Gefühl, das man erkennen muss, um dann dafür zu sorgen, dieses gute Gefühl zu erhalten und immer wieder zu haben.

Darum geht es im weitesten Sinne im Impulsvortrag von Stefan Hiene (mehr zu ihm unter https://www.facebook.com/stefanhiene?fref=ts). Er ist Mountainbike-Profi und ernährt sich fast ausschließlich vegan und von Rohkost. Fit und schnell scheint ihn das ja zu machen, sonst könnte er kaum täglich 4h rund um den Gardasee (seiner Wahlheimat) trainieren und regelmäßig Radrennen bestreiten.

Sehr dünn ist er zwar, aber das ist Veranlagung, schickt er bereits in den ersten Minuten seines etwa einstündigen Vortrags voraus. Ektomorph nennt man diesen hageren Körperbautyp, der sich schwer tut, Muskeln aufzubauen oder zuzunehmen. Auf dem Rad die Berge hoch, stelle ich mir das sehr vorteilhaft vor.

Stefan erzählt unprätentiös und ohne auch nur einmal uns „seine Wahrheit“ vermitteln zu wollen. Er spricht über sein Leben, das Verhältnis zu seinen Eltern, die Erkenntnis, dass das Leben Freude machen soll und man niemandem gefallen muss, sondern nur sich allein. Er ist direkt, unverblümt und authentisch. Ich mag das.

Und sehr vieles von dem rebellischen und unbeugsamen, von dem er berichtet, habe ich auch in mir. Ich möchte mein Leben selbst gestalten. Es interessiert mich nicht, was andere von mir erwarten. Ich brauche kein größeres Auto oder ein eigenes Haus. Ich brauche Freude, Freiheit, Weitblick, Zeit und Inspiration. Ich möchte reisen, weiterhin mit großer Freude arbeiten, ein paar wirklich tolle Freundschaften erhalten und pflegen. Mich viel um mich kümmern. Mein Wohlbefinden und meine Wünsche.

In Stefans Worten: „Wir leben auf einem Urlaubsplaneten und sollen den größtmöglichen Spaß während unseres Aufenthalts haben“.

Eine für mich perfekte Vorstellung!

Leider haben so viele von uns noch nicht bemerkt, dass sie alle Möglichkeiten dafür haben. Dass sie, wenn sie irgendwie unglücklich sind, sich nur selbst (be-)hindern und das der Grund für ihre wenig zufriedenstellenden Zustände ist.

Schade!

Denn, wie wir wissen, jeder Urlaub geht einmal vorbei. Bei dem einen früher, dem anderen später. Und dann können wir nichts mehr von dem umsetzen, was uns doch immer mal wieder so gute Gefühle beschert hat.

Werdet aufmerksamer den Gefühlen gegenüber, die euch gut tun, die ihr wiederholen möchtet und lernt zu tun, was dafür nötig ist!