BALI Teil 1 – Wie, 4,- Euro für eine Hose?

BALI Teil 1 – Wie, 4,- Euro für eine Hose?

Nach 13 Jahren bin ich endlich wieder auf Bali. Nicht, wie damals in einem 5-Sterne Resort, aus dem ich mich lediglich für Tagestouren und das ein oder andere Abendessen weg bewegt habe. Dieses Mal ist es eine Tour entlang der Ost- und Südküste Balis, mit vorreservierten kleinen Hotels im balinesischen Stil, die alle 2-4 Tage gewechselt werden. So lernt man die Gegend viel besser kennen. Fährt man dann noch die wunderschönen Landschaften und Küstenstraßen mit einem Roller ab, ist das Urlaubsglück (für mich zumindest) perfekt.

Die Anreise allerdings ist hart. Um einen günstigen Flugpreis zu ergattern, habe ich 38h Anreise von Tür zu Tür in Kauf genommen. Raus aus den Federn um 3h Früh, geht es mit der S-Bahn an den Münchner Flughafen. Von dort über Düsseldorf nach Abu Dhabi, mit jeweils vielen Stunden Aufenthalt. Wie gut, dass ich mit meiner Kreditkarte Zugang zu den Airport Lounges habe. Da kann man wenigstens etwas entspannen und Essen und Getränke zu sich nehmen. Ich bin dort jedes Mal wieder überrascht, welch Unmengen Alkohol ausgeschenkt werden. Auch in den Emiraten. Ein Paradies für jeden Alkoholiker. Und ich beobachte tatsächlich den ein oder anderen, der sich zu unmöglichen Tages- und Nachtzeiten reichlich Whiskey oder Ähnliches einverleibt. Jeder, wie er meint.

Von Abu Dhabi geht es etwa 7h später, weiter nach Jakarta, Indonesiens Hauptstadt. Die Flugzeit beträgt 8,5h. Danach habe ich bereits eine Gesamtflugzeit von 16h auf dem Buckel. Dazu habe ich mehr als 10h wartend in den Lounges verbracht. Ich ertappe mich dabei mich zu fragen, warum ich nicht wie Millionen andere Deutsche, in den Sommerferien nach Spanien oder Griechenland fliege.

Aber mein Fernweh nährt sich halt nicht allein von Nahzielen wie den Balearen oder den Griechischen Inseln.

Den kompletten Flug nach Jakarta habe ich leicht benommen gedöst. So ist er einigermaßen schnell vergangen. In Jakarta heisst es erneut umsteigen und mit einer lokalen Fluggesellschaft namens Lion Air nach Denpasar, Bali fliegen. Im Gegensatz zu den Annehmlichkeiten von Etihad, die mich bis hierher gebracht haben, ist Lion Air wirklich Low Low Budget. Auf 2 1/2h Flug gibt es weder Snacks noch Getränke. Von Flugbegleitern und Boardservice keine Spur.

Ich habe es geschafft, um 21h Ortszeit, lande ich auf Bali. Jetzt nur noch auf das Gepäck warten, ein Taxi nehmen und ca. 20 Minuten zur ersten Unterkunft fahren.

Nach den üblichen Preisverhandlungen mit dem Taxifahrer, der sich als sehr eisern erweist, geht es in die Villa Kaina. Vorab halten wir noch an einem Warung, einer quasi einheimischen Imbissbude. Dort kann man sich einen Teller mit Fisch, Hühnchen und Gemüse (leider fast nur kalten Speisen, was hier üblich ist) vollpacken. Etwas angenehmere Temperaturen bekommt das Ganze lediglich durch warmen Reis und einen Löffel Soße.

Dafür zahlt man dafür aber umgerechnet auch nur etwa 2,-. Das entspricht ca. 30.000 Rupien, der hiesigen Währung. An diese enorm hohen Zahlen muss ich mich noch gewöhnen. Da kostet, wie ich später erfahren werde, eine Pythontasche (wunderschöner, schwarzer Beutel mit 4 großen Quasten an den Seiten) im Sale :-) dann 2,3 Millionen Rupien. Das entspricht in etwa 140,- Euro.

In der 1. Woche stolpere ich immer wieder über Beträge, die mir unglaublich hoch erscheinen. In der Tempelanlage von Tanah Lot (die Tempel auf der Insel sind hinduistisch und nicht annähern so prachtvoll wie die buddhistischen in Thailand oder Sri Lanka) gibt es zahllose Stände mit Souvenirs und Textilien. Zu viele für meinen Begriff, gibt doch der Tempel optisch wenig her, bis auf die Lage oberhalb des Indischen Ozeans. Klar, dass auch ich nicht an allen Ständen vorbei komme. Eine lilafarbene Hose, mit großen schwarz-grünen Kreisen fällt mir sofort ins Auge. In dem typischen wenig sexy “Bequemschnitt”, den kaum ein Mann gerne an (s)einer Frau sieht. Mir ist das egal! Ich frage nach dem Preis. 75.000 Rupien, sagt die Verkäuferin. Fast empört, handle ich sie runter auf 60.000. Das entspricht sage und schreibe 4,- Euro. Und es handelt sich hier um ein schönes Modell, das gut verarbeitet ist. Da habe ich schon ganz andere Hosen hier gesehen, die auch den Wahnsinnspreis von 4,- hatten. Will man sich hier zum Beispiel einen Roller kaufen, kostet dieser ca. 18 Millionen Rupien. Mit diesen (Un)Summen kann man nur auf Kriegsfuß bleiben.

Das Wetter in der 1. Woche ist durchweg gut. Hier ist ja gerade Winter und da regnet es selten. Der August ist statistisch besonders regenarm. Lediglich in Candidasa, im Nirwana Resort, regnet es am 3. Tag für etwa eine Stunde, kurz bevor es weiter nach Ubud geht. Das ist dann schon okay. Handelt es sich ja um einen kurzen Schauer warmen Regens.