Sri Lanka Reisereport von Sonja – Teil 3

Sri Lanka Reisereport von Sonja – Teil 3

Ohne vermisstes Handy, im strömenden Regen, geht es dann mit dem Bus zurück nach Kalutara. Denn am nächsten Morgen, 7h sind wir eingeladen zur Eröffnungsfeier des Volunteer Project of Ceylon, einer gemeinnützigen Vereinigung für freiwillige Helfer aus dem Ausland. Vorher verabschieden wir abends noch Cihans Freund, der sich aus geschäftlichen Gründen auf den Weg nach Bahrain macht. Wir bringen ihn gegen 23 h zur Bushaltestelle.

Um 6 h stehen wir müde auf, eine kühle Dusche und ein schneller Tee und los geht es! Schließlich beginnt die Feier mit einer buddhistischen Eröffnungszeremonie. Und das auf nüchternen Magen! Jeder der mich kennt weiß, wie wenig ich das mag.

Nach der kurzen aber schönen buddhistischen Zeremonie heißt es erst einmal warten. Das Frühstück wird vorbereitet. Curry, Obst und eine Art Taler aus Kokos. Alle außer mir essen mit den Fingern. Zu Trinken gibt es Wasser. Keinen Kaffee oder Tee.

Danach wird wieder gewartet. Etwa vier Stunden, bis geladene Gäste kommen und das Mittagessen vorbereitet wird. Für mich bis dahin ein verschenkter Tag. Bis auf ein paar Minuten, in denen Cihan und ich mit einem Mönch sprechen. Er fragt uns nach den Gründen unseres Hier seins. Wir erzählen ihm, dass wir auf der Suche nach einem, für unser Vorhaben und unsere Möglichkeiten, passenden Hilfsprojekt sind. Denn – wie schon gesagt – in Sukitha scheint der mittelfristige Bedarf an Hilfestellung nicht sehr groß. Der Mönch erzählt uns von seinem 10 Hektar großen Grundstück, auf dem ein Haus errichtet wurde, das als Waisenhaus fungiert. Er selbst lebt in Cincinnati, Ohio, und verbringt nur ein paar Monate im Jahr auf Sri Lanka. In dieser Zeit lebt er im Tempel. Er erzählt weiter, dass dort noch viel zu tun sei. Aber all sein Geld (meines Wissens leben Mönche von Spenden) steckte bereits im Haus. Hier könnte man vielleicht ansetzen.

Wir sollen mit ihm unbedingt hinfahren. Es liegt 1-2 Stunden von Hambantota, wo ich im Januar im Oasis Ayurveda Hotel war. Das heißt also etliche Stunden Bus fahren und mehrmals bis dorthin umsteigen. Schlafen könnten wir dann im Tempel. Ja, auch ich dürfte dort schlafen.

Am nächsten Tag kommt sogar noch der Anruf von ihm als Bestätigung. Dabei vergewissert er sich, was wir gerne essen, damit alles vorbereitet werden kann.

Aber bevor wir dorthin fahren, kümmern wir uns erst noch um die versprochene Waschmaschine für Sukitha. Eine große Auswahl an Modellen und Geschäften gibt es nicht. Verkauft werden fast ausschließlich Toploader, die ich bislang nur aus Amerika kenne. Alle sind vollständig aus Kunststoff. Sicher wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Wir entscheiden uns für ein Modell in schwarz (wobei das wirklich egal ist), das mit 5-Jahresgarantie verkauft wird. Ich freue mich schon jetzt auf die Gesichter im Waisenhaus. Wobei hier die Freude sicher hauptsächlich bei den Frauen sein wird, die sich um die Kinder kümmern.

Der Sonntag ist wieder etwas ziel- und planlos. Eilidh ist beim Board Meeting von Sukitha und wir probieren den halben Tag von der hiesigen Polizei unsere Verlustanzeige für die Versicherung zu bekommen. Denn in Hikkaduwa waren wir hier ja erfolglos geblieben. Am Ende des Tages haben wir einen von mir handgeschriebenen und vom stellvertretenen Polizeichef unterzeichneten Zettel. Kein Formular, nur ein weißes DIN A4 Blatt, für das wir insgesamt über drei Stunden auf dem Revier herum gesessen haben. Und das musste ich noch selbst schreiben. Auf der Rückseite steht so etwas wie: „I confirm this is true“ sowie Stempel und Unterschrift. Ob das mal bei der Reisegepäckversicherung durchgeht. Ich bezweifle das.

Alles läuft hier so unglaublich langsam. Schwere Kost für jemanden wie mich, der sonst so strukturiert und effizient ist. Abends machen wir noch die Bescherung im Vishaka Waisenhaus, ganz in der Nähe von uns. Wir rechnen mit 40 gesunden Mädchen, die dort untergebracht sind. Bei unserer Ankunft sieht alles sehr einladend aus. Allerdings stellt sich heraus, dass es 54 Mädchen sind, die alle rundum den kleinen Fernseher in der Halle auf dem Boden sitzen und gebannt einen Film verfolgen. Sobald wir drei bepackt mit der großen Geschenkekiste den Raum betreten, ist der Film nicht länger von Belang. Sofort werden wir umlagert. Viele kleine Fingerchen stöbern in der Kiste. Das Vorsortieren und Zuteilen wird zum Chaos. Noch dazu, wo wir mit 14 weniger Mädchen gerechnet haben. So müssen wir die Präsente pro Mädchen reduzieren, damit jedes etwas bekommt. Dazu kommt, dass die süßen Girls ein besonderes Abendessen erwarten dürfen. Gespendet von dem Vater eines fünfjährigen Mädchens, das heute Geburtstag feiert. In knallbunten Tupfen-Kleidchen und hübschem Haarschmuck wieselt es strahlend durch den Speisesaal. Aufgrund dessen findet unser Besuch ein jähes Ende. Wir ziehen uns zurück und lassen die Mädels das duftende Abendessen genießen. Wir planen aber einen erneuten Besuch in den nächsten Tagen.