Sri Lanka… Zum Dritten – Teil 1

Sri Lanka… Zum Dritten – Teil 1

Dieses Mal geht es in ein größeres Resort als die beiden Jahre zuvor. Es heißt Oasis Ayurveda Resort und liegt im Süden der Insel, nahe Hambantota.

Mit 20-24 h Reisezeit von Tür zu Tür, muss ich rechnen. Gebucht habe ich eine freistehende kleine Villa im Garten des Hotels (die einzige derartige Behausung), das hauptsächlich Ayurvedagäste beherbergt. Ausser mir, haben alle TV, Fensterscheiben, einen Kühlschrank, ein innenliegendes Bad und eine Klimaanlage.

Ich habe dafür ein Outdoorbad mit Regendusche, ein 2×2 m Kingsizebett, eine Hängematte (naja, ein Hängebrett und eine große Couch – auf meiner eigenen Terrasse. So kann ich rundum – je nach Tageszeit – chillen und Schatten genießen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich neidisch auf Satelittenfernsehen und angenehme Raumtemperaturen bin.

Nach 5,5 h Stunden Flug bis Dubai, einer Umsteigezeit dort von 3,5 h, Verspätung des Weiterflugs nach Colombo von 1,5h, einer Flugzeit dorthin von weiteren 5h und einem schier unendlichen Bustransfer (auf schlechten Straßen, mit viel Verkehr… vom Wasserbüffel bis zum LKW) von 5,5 h, bin ich endlich im Oasis angekommen.

Selbstredend, völlig am Ende. Nach einer Fussmassage und kurzem, leichtem Abendessen, falle ich für 13 h ins Bett meiner Villa. Ein Dutzend Moskitos hat meine Ankunft wohl bereits erwartet. Zwei davon leider innerhalb des Moskitonetzes. Zu müde, mich dagegen zu wehren, ziehe ich das Laken über meinen Kopf. Dazu werde ich noch gestört von komischen Tierlauten und der nächtlichen, stundenlangen Megafonübertragung von Gebeten aus einem nahelegenden, buddhistischen Tempel.

Was für eine erste Nacht!

Ich verschlafe fast Frühstück und ärztliche Konsultation.

Beim Essen wird hier übrigens auf die individuelle Disziplin gehofft. Nach Bestimmung der Doshas (ich bin Vata-Kapha-Typ), wird empfohlen, nach ausgehändigter Liste zu essen. Das habe ich schon strenger erlebt. Und ich zweifle daran, dass mehr als ne Handvoll Gäste damit klar kommt und sich daran hält.

Am Abend von Tag 2, sind alle Tische rund um den Pool gruppiert. Zahllose Kerzen auf den Tischen und rund um das große Schwimmbecken, tauchen den Garten in ein romantisches, warmes Licht. Der Mond strahlt silbern mit den Kerzen um die Wette. Wind streicht sanft durch mein Haar. Ich bin alleine an einem Tisch. Die einzige, die alleine sitzt. Und ich geniesse es. Doch werde ich immer wieder an den ein oder anderen Tisch gebeten. Jedes Mal lehne ich mit Dank und einem Lächeln ab. So wie es ist, ist es gut.

Nach einer geruhsamen Nacht mit 11 h Schlaf, genieße ich erneut die 2 h täglichen Treatments.  Dazu lese ich viel, liege entspannt in der Sonne und besuche meine erste Yogastunde, die rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit (um ca. 18.30h ist es dunkel) stattfindet. In einem offenen Pavillion, mit Blick aufs Meer und einem lauen Lüftchen – kann es einen besseren Ort für Yoga & Meditation geben? Sanft und harmlos ist das Yoga. Dem Klima und dem teilweise recht alten Publikum angepasst.

Eine Horde Streifenhörnchen spielt Fangen quer über die ganze Fläche und über unsere Matten. Ganz ohne Scheu und in einem Affenzahn. Als Kind hatte ich mal zwei als Haustiere – Napoleon und Josephine. Sie hier wiederzusehen, erfreut mich sehr.