MÜHLBAUER FRÜHLING/SOMMER 2014

MÜHLBAUER FRÜHLING/SOMMER 2014

Ziel-Satz-Sieg. Team Mühlbauer ist eine Runde weiter im Turnier um die beste Frühling/Sommer-Kollektion.
In dieser Saison zeigt man sich also sportlich. Stilistisch hat man sich einer Zeit gewidmet, in der das Diktat der Funktionskleidung noch weit entfernt lag. Die Kollektion ist eine Reminiszenz an die Anfänge des Massensports in den 1920er-Jahren. Die Damen enterten erstmals zu Hauf die Sportplätze und Club-und Sportmode war selbstverständlich elegant. Selbst beim Tennis oder Golf trug man Hut oder Kappe. Ziel der aktuellen Mühlbauer-Kollektion war es also, diese Eleganz ins Heute zu übersetzen.

Besonders vertieft hat man sich deshalb in das Thema Kappe. Unterschiedlichste Formen kommen da zu Tage: Mal mit flachem Kopf, mal mit hohem oder sogar mal ohne. Die Schilder haben unterschiedliche Längen. Und die Baseballcap, Inbegriff der sportlichen Kopfbedeckung, wurde generalsaniert und modisch aufgewertet. Ausgehend von den originalen Basecap-Maßen formte man aus einem Stück Stroh eine komplett neue Kappe. Mühlbauer Baseballcaps gibt es nun aus Panama-Stroh, aus Parasisol oder dem extrem leichten und transparenten Sinamay. Der Strohstoff Sinamay wird in dieser Kollektion erstmals nach Schnitt genäht und glänzt diesmal in silber und gold. Weil Initialien bei sportlichen Dressen nicht fehlen dürfen, hat man das Mühlbauer „M“ in veränderter Form auf die Kappen genäht. Als kleine Draufgabe gibt es eine Mini-Strohkappe auf einem Haarreif.

Auffallend ist in dieser Kollektion, dass die Kopfbedeckungen für Frauen wieder femininer werden. Man sieht verschiedenste Versionen von Clochen, Stirnbänder im 20er-Jahre-Stil und neue Fascinator. Da man bewusst auf Klassik gesetzt hat, ist auch das Farbkonzept – ganz im Gegensatz zu letzten Sommerkollektionen – äußerst dezent und zurückhaltend. Weiß, Ecru, sehr viel Natur gemischt mit etwas Mintgrün, Ciel und Marineblau.

Diese Mischung wird auch bei den Stoffhüten fortgesetzt. Ein gestreifter, extrafeiner Jersey und Denim Light, beide aus Japan sind die Stoffentdeckungen des Jahres. Als Tribut an die eigene Marke wurde auch ein Mühlbauer M-Stoff aus Tencel-Baumwolle entwickelt. Daraus entstanden unkomplizierte und trotzdem sehr elegante Sommerhüte, Kappen, Stirnbänder und Turbane.

Der österreichische Künstler Michael Kienzer hat in dieser Saison das Mühlbauer-Kollektionsposter gestaltet. Eine interessante Aufgabe für einen Künstler, der sich hauptsächlich der Dreidimensionalität widmet. Kienzers Arbeiten sind vielfach Installationen im öffentlichen Raum und Skulpturen, die auf den Raum und den gesellschaftlichen Zusammenhang, in dem sie dargestellt werden, Bezug nehmen. Oft wechseln seine Werke zwischen lapidar und mächtig, manchmal sind sie beides gleichzeitig. Auf eine Art anziehend sind sie immer. Für Mühlbauer hat Kienzer wunderbar in die Zweidimensionalität des Posters gefunden. Aus Visca-Hutstumpen hat er eine Kraterlandschaft geschaffen, die auch ein etwas unheimliches Detail enthält.