Schreibblockade

Schreibblockade


Meiner Mama ist kürzlich aufgefallen, dass ich kaum mehr Kolumnen hier veröffentliche (wenigstens eine, die es merkt bzw. diese sogar vermisst). Warum ist das so, hat sie mich gefragt? Ja, warum eigentlich?

Irgendwie habe ich in letzter Zeit wenig zu sagen. Kaum etwas beschäftigt mich so sehr, dass ich es in geschriebener Form loswerden möchte. Mir geht es wohl zu gut und es passiert zu wenig. Punkt 1 ist doch toll, sollte man meinen. Stimmt ja auch, wenn es nicht automatisch zu einer Schreibblockade führen würde. Und Punkt 2 ist für viele Charaktere und Sternzeichen sicher auch super, nicht so wirklich allerdings für einen Vollblutschützen, wie mich.

Ich brauche Inspiration, Futter für meine Seele und zwar durch Reisen, andere Menschen, neue Eindrücke. Mein Freundeskreis bietet hier in letzter Zeit keine Nahrung. Völlig skandalfrei leben alle so vor sich hin. Sichtlich und spürbar gebeutelt vom gefühlt nie enden wollenden Winter. Meine letzte Reise, aus der ich Kolumnennahrung ziehen konnte, liegt ein Jahr zurück (@Ma, die das ja sicher als mein größter Fan, gelesen hat: Tsunamiwarnung und menschliche Abgründe auf Sri Lanka).

Seither stand zum einen ein unspektakuläres Yoga Retreat in der Toskana auf dem Programm, das wir als Yogagruppe dieses Mal ohne Hausverbot verlassen konnten. Zum anderen eine ebenso unspektakuläre Woche am Roten Meer, über meinen Geburtstag. Und ganz ehrlich, all die grausam gekleideten, grobmotorischen russischen Touristen vor Ort, waren mir absolut keine Kolumne wert. Gerne werde ich darüber schreiben, sobald mir in Urlaubsregionen in Ägypten, Südfrankreich, Griechenland, der Türkei oder den Alpen einmal mehr Positives zu dieser Nation auffällt, als Dinge, die mich bislang eher stören oder amüsieren (ich rede hier nur über Tischmanieren, Paare und ihre Verhaltensweisen sowie natürlich das Styling und die Inszenierungen von Körperteilen).

Es wird also Zeit für mich, mal wieder zu verreisen. In knapp drei Wochen ist es endlich soweit. Es geht mit meiner Mama nach Ibiza, schön gemütlich in der Vorsaison, einen Katzensprung entfernt von Ibiza-Stadt.

Nicht bemerkenswert? Kein Futter für neue Kolumnen?

Wer weiß… Ist es doch das erste Mal, nach 30 Jahren, dass wir gemeinsam Urlaub machen. Damals war ich schwer am pubertieren, wenig zugänglich und meine Ma damit beschäftigt, mich davon abzuhalten, in meinem knappen, neonpinken 80er Jahre Kreppbadeanzug, nicht auf der Yacht eines zwielichtigen, älteren Playboys zu verschwinden.

Man darf also gespannt sein. Wobei letzteres, aufgrund meines (zumindest für diese Zielgruppe) vorangeschrittenen Alters, nicht zu erwarten ist.