Ich will Schokolade

Ich will Schokolade

Ganz anders als Trude Herr einst krakelte “ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann”. Derzeit fällt es mir schwer, das nachzuvollziehen. Durchlebe ich doch aktuell die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern fastend beziehungsweise verzichtend. 40 Tage lang verzichten auf Zucker (außer in Obst) und Alkohol, das ist meine mir selbst gestellte Aufgabe. Gegessen wird ansonsten normal. Unterstützt von viel Tee (Brennessel, Grüntee, Kräuter) und den zur Entgiftung passenden Schüsslersalze.

Animiert dazu hat mich eine Freundin beim letzten Langlaufausflug. Sie betreibt das Fasten dieser Art jährlich. Die für sie einzige Möglichkeit, sich einmal im Jahr für einenvorgegebenen Zeitraum zu mäßigen.

Das schadet mir auch nicht. Habe ich doch mit Herzblatt und Freunden in der letzten Zeit in diversen schönen Abenden gelumpt mit Champagner, Crémant, Rotwein, Schnapserln, Nachtisch und lecker Kuchen. 2 Kilos sind das Ergebnis, das mich von einem gute. Gefühl in meiner engsten Jeans trennen. Nicht viel für all das gemütliche Klönen. Fairerweise muss ich abrer sagen, dass ich eisern 3-4 wöchtentlich Fitnesskurse wie Yoga, Pilates, Bodystyling oder BBRP (für die Outsider: Bauch, Beine, Rücken, Po) besuche. Immer schön den Grundumsatz hoch halten und gegen den Abbau von Muskulatur arbeiten. Schon mit 16 habe ich damit angefangen.

Nebeneffekt des Alkoholverzichts, ist die Recherche nach dem perfekten alkoholfreien Bier. Besonders grauslig finde ich das von Paulaner. Jever Fun und Becks Blue sind lecker. Mein erstes alkoholfreie Weißbier von Erdinger wartet auf mich im Kühlschrank.

Chemikalisch gesehen, ist Alkohol auch ein Zucker (siehe Artikel darüber vom 11.12.2008 auf pressetext.com). Zucker macht süchtig. Ähnlich wie Heroin und Kokain. Zucker macht glücklich. Ein Drogenrausch angeblich auch. Und was einen Menschen berauscht, das möchte er wieder haben. Um meinem Süßyieper zu entgegnen, kaufe ich mir viel Obst. Marokkanische Erdbeeren werden mit Magerquark gegessen, Heidelbeeren mit Naturjoghurt. Zwischendurch gibt es Möhren, Paprika, Äpfel oder Birnen. Sattgegessen wird sich mit Nudeln, Gnocchi, Fleisch, Gemüse und Salat.

Ohne Rauschmittel Zucker (und Alkohol) und das noch bis Ostern. Wehe, wenn ich nicht nach den 40 Tagen bester Gesundheit bin, meine engste Hose kaum mehr spürbar ist, Augen, Teint und Haare strahlen, ich 9h schlafe wie ein Murmeltier… und auch sonst, die Askese ein voller Erfolg wird.

Ein Viertel der Zeit ist erst vergangen und die Sehnsucht nach Marmelade und Nutella zum Frühstück oder den Leckereien aus dem Pralinenclub, ist ungebrochen. Auf Alkohol zu verzichten, macht mir dagegen kaum etwas aus, sieht man vom leckeren Kessler-Rosésekt einmal ab, von dem ich noch das ein oder andere Pikkolöchen im Kühlschrank habe.

Dreiviertel Zeit liegen noch vor mir. Da heißt es für mich “keep cool & focussed”.

[SONJA]